22. Hundeerziehung in eigener Sache – aus dem Alltag eines Hundetrainers
„Wie läuft eigentlich so ein Training ab, wenn ich mit meinem Leinenrüpel käme, und was kommt da auf mich zu?“
… war die etwas ängstlich klingende Frage einer Kundin, die, um
mit ihren Worten zu sprechen, lange gezögert habe, ob sie mich wegen ihres Problemhundes überhaupt kontaktieren könne. Ähnliche Zurückhaltungen sind nicht selten, offensichtlich aufgrund mangelnder oder falscher Vorstellungen darüber, was die Kunden erwartet, wenn sie
mich bitten, ihre vermeintlichen Rüpel zu erziehen. Demgegenüber fällt ihr Resümee im Anschluss verständlicherweise völlig anders aus und ich höre eher ein Bedauern, sich nicht eher dazu durchgerungen zu haben. Was ich auch durchgängig in den Rezensionen lesen kann. Oftmals ist die Zurückhaltung aber auch in einer schon vorhandenen Mutlosigkeit begründet, die in einer Vielzahl absolvierter, aber eben erfolgloser Hundeschulbesuche im Vorfeld ihre Ursache hat.
Deshalb nachfolgend ein paar „ermutigende Worte“:
Da die meisten Hundehalterinnen nicht in meiner unmittelbaren Umgebung zu Hause sind, um im Bedarfsfall mal schnell vorbeizuschauen und ihr "Problem" aus der Welt schaffen zu lassen, reise ich auch durch Deutschland und biete vor Ort meine Hilfe an. Das ist auch deshalb machbar, da die Erziehung eines Hundes – im Gegensatz zu seiner Ausbildung – eine in sehr kurzer Zeit, meistens in nur einem einzigen Training, realisierbare Angelegenheit ist. Was bezogen auf die Ausbildung nur sehr begrenzt oder sogar gar nicht möglich wäre, denn
alles, was im Rahmen einer Ausbildung trainiert werden muss, bedarf in der Regel der mehrfachen oder zeitaufwendigen Wiederholung, um das Kriterium der Konditionierung überhaupt erreichen zu können. Dazu zählen vor allem alle durch den Hund zu beherrschenden Kommandos wie Sitz, Platz und Co., oder das Beherrschen von Purzelbäumen, das Zick-zack-Laufen durch Frauchens Beine usw. Aber da es darum im
Rahmen der Erziehung nicht geht, sondern ausschließlich um eine Veränderung des sozialen Verhaltens des Hundes, was in erster Linie „lediglich“ ein verändertes Verhalten der Bezugsperson dem Hund gegenüber bedingt, genügt dazu in der Regel eine einzige
Unterweisung mit anschließendem Praxispart. Dieses Training in gewohnter Umgebung durchzuführen, ist noch nicht mal von Nachteil, weil dem Hund die Veränderung im Verhalten seiner Bezugsperson möglicherweise so eher auffällt und er dies nicht auf die unbekannte Umgebung zurückführt.
Mit dabei ist stets mein Therapiehund namens Pablo. Er ist für diese Aufgabe ausgebildet und hilft bei der Überprüfung des Erziehungserfolges. Der Rest ist schnell erzählt: Die Hundehalter schildern oder demonstrieren mir zunächst, was Sie am Verhalten Ihres
Vierbeiners stört und was sie von dem Training erwarten. Dabei wird es sich sehr wahrscheinlich um eine mangelnde intraspezifische, interspezifische oder umweltspezifische Sozialisation des Hundes handeln, das sich in allen Varianten des störenden Verhaltens bis
hin zu Aggressionen manifestiert. Auf der Grundlage einer theoretischen Unterweisung erfolgt in der sich anschließenden Praxisphase die Korrektur des Hundes. Dabei geht es um die Einschränkung seines Entscheidungsspielraums und seine Entbindung von jeglicher
Verantwortung sowie die demonstrative Übernahme seines Schutzes. Unter Anleitung wiederholen es die Hundehalter und wir überprüfen den Erfolg sozusagen in der Praxis, indem mein Therapierung Pablo den „Sparringspartner“ mimt, demgegenüber der Educandus
(der zu Erziehende) sein jetzt bestehendes Desinteresse demonstrieren muss. In einem abschließenden Gespräch klären wir gemeinsam die notwendige und einzuhaltende Compliance (Therapietreue), denn nur mit ihr wird der während des Trainings relativ schnell
erreichte Erfolg auch nachhaltig und von Dauer sein.
In diesem Sinne, haben sie Mut, ich freue ich mich auf Ihren Anruf!