„Wie läuft denn so ein Training ab, wenn mein Hund verhaltensauffällig ist, und was kommt da auf mich zu?“

…war die ängstlich wirkende Frage einer Kundin, die, um mit ihren Worten zu sprechen, lange gezögert habe, ob sie mich wegen ihres Problemhundes überhaupt kontaktiere.

Ähnliche Zurückhaltungen erlebe ich immer wieder, offensichtlich aufgrund mangelnder oder falscher Vorstellung über das, was den Kunden erwartet, wenn er mich bittet, seinen vermeintlichen Problemhund zu therapieren. Andererseits höre ich aber auch immer wieder im Anschluss an ein Training, dass man nicht so lange zögerlich gewesen wäre, wenn man gewusst hätte, wie unproblematisch das Ganze abläuft. Oftmals ist die Zurückhaltung aber auch in einer schon vorhandenen Mutlosigkeit begründet, die in einem bereits absolvierten aber erfolglosen “Marathon” von Hundeschulbesuchen ihre Ursache hat.

Deshalb nachfolgend ein paar „ermutigende Worte“:

Da die meisten Herrchen oder Frauchen mir nicht den “Gefallen tun”, in meiner unmittelbaren Umgebung zu wohnen, um im Bedarfsfall mal schnell “vorbeizukommen” und ihr “Problem” beseitigen zu lassen, reise ich seit geraumer Zeit quasi als Vagabund durch Deutschland und biete vor Ort regional meine Hilfe an. Das ist aber auch deshalb sinnvoll, weil ein Training mit so genannten verhaltensauffälligen Problemhunden immer das Ziel verfolgt, ihre Sozialisierung oder Resozialisierung zu erreichen und keine Ausbildung ist. Letztere ließe sich sehr wohl auf einem für den Hund fremden Ausbildungsgelände bei mir zu Hause erfolgreich praktizieren. Aber bei den von mir durchgeführten Trainings handelt es sich nicht um eine solche, sondern um einen Erziehungsprozess. Und bei einer Erziehung ist es nach meinen Erfahrungen nicht nur von Vorteil, sondern in den meisten Fällen sogar zwingend notwendig, dass es im gewöhnlichen sozialen Umfeld des Tieres passiert und insbesondere dort, wo sich die Verhaltensauffälligkeiten zeigen.

Deshalb biete ich regelmäßig – üblicherweise über Facebook – immer wieder vor Ort-Termine von mehreren Tagen an, an denen ich mich dann planmäßig in dieser Gegend aufhalte. Und jeder, der Interesse hat, kann innerhalb dieses Zeitraumes mit mir einen Wunschtermin vereinbaren; am unkompliziertesten per Telefon. Bei Bedarf verlängere ich auch meinen Aufenthalt.

Während dieser Zeit ist mein Bus mein gewohntes Zuhause, bei dem mich mein treuester Freund begleitet, der im Falle einer notwendigen intraspezifischen Sozialisation des Probanden als Therapiehund fungiert und dabei einen tollen Job macht. Gewöhnlich plane und vergebe ich pro Tag nur einen Termin, um nicht unter Zeitdruck zu handeln und, wie versprochen, jedes „Problem“ auch innerhalb eines Trainings zu beseitigen. Nur in sehr seltenen Fällen klappt dies nicht. Aber dabei handelt es sich dann meistens um medizinisch-klinische oder pathologische Ursachen. Sie sollten jedoch erst einmal nicht davon ausgehen, dass Ihr Hund ein solch seltener Fall ist.

Der Rest ist schnell erzählt: Wenn ich zu Ihnen nach Hause komme, schildern oder demonstrieren Sie mir zunächst, was Sie am Verhalten Ihres Vierbeiners stört. Dabei wird es sich sehr wahrscheinlich um eine mangelnde intraspezifische, interspezifische oder umweltspezifische Sozialisation des Hundes handeln, was ich Ihnen auch ausführlich erläutere. In der Regel übernehme ich anschließend in Ihrer Anwesenheit das Tier und korrigiere es. Bei der Korrektur geht es einerseits um die Entbindung des Hundes von jeglicher Ressourcenverantwortlichkeit und andererseits um die Demonstration, dass ab sofort nicht mehr er selbst für die Befriedigung seines Grundbedürfnisses nach Sicherheit oder ihrer beider Sicherheit die Verantwortung trägt, sondern der Hundeführer oder die Hundeführerin. Danach übernehmen Sie Ihren Hund und korrigieren ihn in gleicher Weise; bei Notwendigkeit unter meiner Anleitung. In einem abschließenden Gespräch klären wir gemeinsam noch Ihre sogenannte Compliance, auf Deutsch Therapietreue, denn nur mit ihr wird der während des Trainings relativ schnell erreichte Erfolg auch nachhaltig und von Dauer sein.

In diesem Sinne freue ich mich auf Ihren Anruf!

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